Das wissen die meisten Entscheider*innen in Buchverlagen nicht
Die meisten Entscheider*innen in Buchverlagen wissen gar nicht, wie viel Gestaltungsfreiheit sie bei der betrieblichen Altersversorgung wirklich haben.
In Lektoraten, Programmkonferenzen und Verlagsvorschauen ist Gestaltungsfreiheit selbstverständlich. Autor:innen, Formate, Genres, Zielgruppen – nichts entsteht zufällig.

Ganz anders sieht es oft bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) aus:
Viele Verlage behandeln sie wie ein gesetzliches Pflichtkapitel. Irgendetwas ist vorhanden – historisch gewachsen, extern vorgegeben, kaum dokumentiert.
Das Problem: Wer die bAV nicht gestaltet, wird von ihr gestaltet.
Eine Versorgungsordnung ist der Moment, in dem ein Verlag vom Verwalten ins Gestalten kommt.
Das Problem: Wer die bAV nicht gestaltet, wird von ihr gestaltet.
Eine Versorgungsordnung ist der Moment, in dem ein Verlag vom Verwalten ins Gestalten kommt.
1. Das Kernproblem in der Zielgruppe Buchverlage
Buchverlage stehen unter besonderem Druck:
- Fachkräftemangel in Lektorat, Vertrieb und Herstellung
- hohe Fluktuation bei jüngeren Mitarbeitenden
- geringe Bindung durch klassische Benefits
- historisch gewachsene bAV-Lösungen ohne klare Linie
Viele Unternehmen wissen nicht:
- welche Zusagen sie gemacht haben
- wer Anspruch hat – und wer nicht
- welche Haftungsrisiken bestehen
- wie attraktiv die bAV eigentlich eingesetzt werden könnte
Kurz gesagt: Die bAV läuft – aber sie arbeitet nicht für den Verlag.
2. Die klare Empfehlung
Nutzen Sie die bAV bewusst als Gestaltungsinstrument – und verankern Sie diese Gestaltung in einer klaren Versorgungsordnung.
Eine Versorgungsordnung ist keine Bürokratie.
Sie ist das redaktionelle Konzept Ihrer bAV.
Sie legt fest:
- was Sie anbieten wollen
- für wen
- in welchem Umfang
- und mit welchem strategischen Ziel
3. Warum eine Versorgungsordnung so wertvoll ist – gerade für Verlage
Gestaltungsfreiheit wie in der Programmplanung
Eine Versorgungsordnung schafft Ordnung, Klarheit und bewusste Entscheidungen in folgenden Bereichen:
1. Art der Zusage
Sie entscheiden, welches Risiko Sie übernehmen und welches nicht.
2. Zielgruppensteuerung
Nicht jede Altersversorgung muss für alle gleich sein. Funktions- oder Altersgruppen können gezielt berücksichtigt werden.
3. Beitragshöhe und Logik
Fix, prozentual, abgestuft? Alles ist gestaltbar.
4. Arbeitgeber- vs. Arbeitnehmerfinanzierung
Sie legen fest, wo der Verlag fördert – und wo Eigenverantwortung gefragt ist.
5. Durchführungswege
Ein klarer Weg statt mehrerer paralleler Lösungen reduziert Komplexität.
6. Leistungen im Alter
Rente, Kapital oder Mischformen – transparent geregelt.
7. Risikoabsicherung
Invalidität und Hinterbliebenenleistungen bewusst ja oder nein.
8. Eintritt, Wartezeiten, Staffelungen
Planbar, fair und nachvollziehbar.
9. Regelungen bei Ausscheiden
Vermeidet spätere Konflikte und Kosten.
10. Anpassungen und Weiterentwicklung
Die bAV bleibt lebendig – wie ein gutes Verlagsprogramm.
4. Risiken und Grenzen – ehrlich benannt
Eine Versorgungsordnung kann nicht:
- bestehende Rechtsansprüche rückwirkend aushebeln
- jede individuelle Lebenslage abbilden
- gesetzliche Rahmenbedingungen umgehen
Grenzen entstehen besonders bei:
- sehr alten Zusagen
- fehlender Dokumentation
- tariflichen Bindungen
Aber:
Sie schafft ab dem Zeitpunkt der Einführung Klarheit, Steuerbarkeit und Sicherheit.
5. Was viele Verlage falsch machen
- Sie überlassen die bAV vollständig externen Anbietern
- Sie kommunizieren unklar oder gar nicht
- Sie haben mehrere nebeneinander laufende Regelungen
- Sie reagieren erst, wenn Probleme entstehen
- Sie sehen bAV nur als Kostenfaktor
Das Ergebnis:
Eine bAV, die weder motiviert noch bindet – und im Zweifel gefährlich wird.
6. Praxisbeispiel aus der Buchbranche
Ausgangslage
Ein mittelgroßer Verlag mit ca. 70 Mitarbeitenden, historisch gewachsene Direktversicherung, verschiedene Eintrittszeitpunkte, wenig Transparenz.
Herausforderung
Neue Mitarbeitende fragten aktiv nach Benefits. Gleichzeitig bestand Unsicherheit über Haftung und Gleichbehandlung.
Analyse
- Keine einheitliche Regelung
- Unterschiedliche Zusagen bei gleicher Tätigkeit
- Hoher Zeitaufwand bei Einzelanfragen
Empfehlung
- Einführung einer klaren Versorgungsordnung
- Definition von Zielgruppen (Altbestand / Neueintritte)
- Klare Arbeitgeberförderung bei Entgeltumwandlung
- Vereinfachter Durchführungsweg
Ergebnis
- Deutlich bessere Kommunikation im Recruiting
- Weniger Rückfragen in HR
- Spürbar höhere Wertschätzung der bAV
7. Die 5 häufigsten Fragen – klar beantwortet
1. Ist eine Versorgungsordnung Pflicht?
Nein. Aber sie ist dringend zu empfehlen.
2. Gilt sie automatisch für alle?
Nein. Der Geltungsbereich wird bewusst definiert.
3. Kann man alte Zusagen integrieren?
Ja, meist über Bestandsschutzregelungen.
4. Können wir sie später ändern?
Ja – mit klaren Regeln und Kommunikation.
5. Ist das sehr aufwendig?
Einmal sauber aufgesetzt, spart sie dauerhaft Zeit und Kosten.
8. Konkrete Handlungsschritte für Entscheider*innen
Bestehende bAV analysierenZiele klären: Bindung, Absicherung, PositionierungZielgruppen definierenFörderlogik festlegenVersorgungsordnung professionell erstellenVerständlich kommunizierenRegelmäßige Überprüfung einplanen
9. Fazit: Die bAV verdient dieselbe Aufmerksamkeit wie Ihr Programm
Eine Versorgungsordnung ist kein Verwaltungsdokument.
Sie ist ein strategisches Steuerungsinstrument.
Wer sie nutzt, zeigt:
- Verantwortung
- Professionalität
- Wertschätzung
Gerade für Buchverlage, die von Vertrauen, Haltung und Langfristigkeit leben, ist das ein starkes Signal.
Unser klarer Rat:
Gestalten Sie Ihre bAV – bevor sie Sie gestaltet!
Bitte beachten Sie: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Die Inhalte wurden nach bestem Wissen zusammengestellt, eine Haftung können wir jedoch nicht übernehmen. Wenn Sie eine verbindliche juristische Einschätzung benötigen, vermitteln wir Ihnen gerne geeignete Expertinnen und Experten aus unserem Netzwerk.
Über uns – wer wir sind und wofür wir stehen
Mario Bartosch, Gründer und Inhaber der AssetSecur GmbH, ist
bAV‑Experte (Deutsche Maklerakademie), Dipl.-Betriebswirt für Versicherungswesen und seit mehr als zwei Jahrzehnten ausgewiesener Spezialist für die Themen betriebliche Altersversorgung, Finanzplanung und Biometrie. Seine tiefe Branchenkenntnis macht ihn zu einem der erfahrensten Ansprechpartner für Verlage, Medienhäuser und Kulturbetriebe.
Gemeinsam stehen wir für eine Beratung, die
– verständlich ist,
– rechtssicher strukturiert,
– auf die Besonderheiten der Buch‑ und Medienwelt zugeschnitten
– und immer auf Augenhöhe mit Arbeitgebern und Mitarbeitenden erfolgt.
AssetSecur – Absicherung mit Verstand. Beratung mit Branchenkenntnis.

Mario Bartosch: Geschäftsführer und Berater
Fiona Schwesig, Geschäftsführerin und Beraterin der AssetSecur GmbH, ist Kauffrau für Versicherungen und Finanzen sowie Expertin für betriebliche Altersversorgung (Deutsche Maklerakademie). Seit 2022 verstärkt sie das Unternehmen mit modernen Beratungskonzepten rund um die bAV für Arbeitnehmende sowie die Berufsunfähigkeitsversicherung ohne die üblichen Gesundheitsfragen über die „Branchenlösung Medien“.


