Krankenkassen: Beitragserhöhungen könnten künftig leichter übersehen werden
Eine wichtige Änderung bei den gesetzlichen Krankenkassen sorgt derzeit für Diskussionen: Krankenkassen müssen ihre Versicherten künftig nicht mehr aktiv über eine Erhöhung des Zusatzbeitrags informieren. Dadurch besteht die Gefahr, dass Beitragserhöhungen erst verspätet bemerkt werden.
Besonders kritisch: Wer eine Erhöhung nicht rechtzeitig bemerkt, könnte auch sein Sonderkündigungsrecht verpassen. Bisher mussten die Krankenkassen bei einer Beitragserhöhung nicht nur informieren, sondern auch auf die Möglichkeit eines Wechsels zu einer günstigeren Kasse hinweisen. Diese Verpflichtung entfällt.
Was bedeutet das für Versicherte?
Das Szenario ist einfach vorstellbar: Die Krankenkasse erhöht den Zusatzbeitrag, auf der Gehaltsabrechnung bleibt am Monatsende etwas weniger Netto übrig und die Ursache wird möglicherweise nicht sofort erkannt. Gerade wenn gleichzeitig andere Änderungen, beispielsweise bei Steuern oder Sozialabgaben, wirksam werden, fällt dies oft kaum auf.
Wichtig: Wer aufgrund eines höheren Zusatzbeitrags die Krankenkasse wechseln möchte, sollte zeitnah handeln. Wird die Frist für das Sonderkündigungsrecht verpasst, ist ein Wechsel in der Regel weiterhin möglich. Dann gilt jedoch die normale Kündigungsfrist von zwei Monaten, sofern die Mitgliedschaft bereits mindestens zwölf Monate besteht.
Auch unterjährige Beitragserhöhungen möglich
Viele Versicherte prüfen ihre Krankenkassenbeiträge nur zum Jahreswechsel. Doch Zusatzbeiträge können auch während des laufenden Jahres angepasst werden. So haben bereits mehrere Krankenkassen in den vergangenen Monaten ihre Beiträge erhöht oder entsprechende Anpassungen angekündigt.
Ein regelmäßiger Blick auf die Entwicklung der Zusatzbeiträge kann daher sinnvoll sein.
Ein Wechsel kann mehrere hundert Euro sparen
Die Unterschiede zwischen den Krankenkassen sind inzwischen erheblich. Je nach Einkommen können Versicherte durch einen Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.
Beispielsweise kann bei einem durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommen die Ersparnis schnell bei rund 150 bis 200 Euro jährlich liegen. Bei höheren Einkommen sind sogar Einsparungen von deutlich über 250 Euro pro Jahr möglich.
Dabei sollte nicht nur auf den Beitragssatz geachtet werden. Auch Leistungen wie Vorsorgeangebote, Impfleistungen, Sport- und Gesundheitsprogramme oder zusätzliche Satzungsleistungen können bei der Entscheidung eine wichtige Rolle spielen.
Unser Fazit
Ab 2027 sollten Versicherte ihre Krankenkassenbeiträge noch stärker im Blick behalten. Da automatische Hinweise auf Beitragserhöhungen wegfallen können, lohnt es sich, regelmäßig die eigenen Beitragsdaten zu prüfen und mögliche Wechseloptionen zu vergleichen.
Wir werden die Entwicklungen rund um die gesetzlichen Krankenkassen weiterhin aufmerksam verfolgen und Sie in unserem Newsletter über wichtige Änderungen und mögliche Sparpotenziale informieren.

Seit 2022 Jahren ist Fiona Schwesig gemeinsam mit Mario Bartosch in der AssetSecur GmbH tätig.
Fiona berät insbesondere jüngere Mitarbeitende in Verlagen, vor allem Frauen, mit einem klaren Verständnis für moderne Berufsbiografien, Lebensentwürfe und Absicherungsfragen.

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